Phytoplanktonzucht

von Sylvio Heydenreich

 

Da viele Aquarianer immer wieder Probleme mit der Zucht von Phyto haben, möchte ich hier meine Methode erläutern.

Als Reaktor benutze ich eine Baumarktsprudelsäule mit ca.25 Liter. Der Metallsprudler wurde entfernt und ein Plastikrohr mit Reduzierung als Ablauf eingeklebt. Zur Bewegung des Planktons benutze ich ein einfaches Luftrohr und eine Membranpumpe. Der einzige Nachteil der Sprudelsäulen ist, dass sie im Durchmesser ein wenig eng sind. Breitere Röhren sind wegen der Hell/Dunkelphase noch besser geeignet. Größere Acrylröhren bekommt man bei Uwe Schmidt.
Beleuchtet wird der Reaktor mit einer SunGlo-Röhre 18W.

In der folgenden Beschreibung beziehe ich mich auf meine Erfahrungen. Es gibt natürlich auch viele weitere Varianten, die zum Erfolg führen. Als Ausgangswasser benutze ich Reinstwasser, also Osmose mit Ionentauscher. Grund dafür ist, dass die Nährlösungen für Phyto in ihren Elementen so gemischt sind, dass ein fast vollständiger Abbau der Nährlösung garantiert wird. Das funktioniert aber nur, wenn man keine Nährstoffe durch Leitungswasser mit einbringt. Dann werden bestimmte Stoffe ungleichmäßig abgebaut, die man dann später wieder im Becken findet. Eine sehr gute Nährlösung bietet Aqua Connect (Phyto Stabil) an . Ich habe schon einige Nährlösungen probiert benutze aber nun nur noch diese.

Nun mische ich mir 25 Liter Salzwasser in einem verschließbaren Eimer an (Dichte ca. 1.023). Alle Arbeitsgeräte müssen sauber sein und dürfen nicht in Berührung mit Zooplankton kommen. Man beginnt meist mit einem halben oder einem Liter Ansatz. Am Beispiel Thalassiosira weisflogii möchte ich euch zeigen, wie einfach es ist diese Alge in großen Mengen herzustellen. Als erstes kommt ein halber Liter Algenansatz ,ein halber Liter Salzwasser und 5 ml Nährlösung in den Reaktor. Gut belüftet und 20 h beleuchtet verdoppelt man dann am nächsten Tag den Ansatz. Also man füllt 1 Liter Salzwasser und 10ml Nählösung in den Reaktor . Wenn die Temperatur stimmt( ca. 12-16 Grad) wächst diese Alge sehr schnell.

Hat die Kultur eine satte braune Farbe verdoppelt man wieder. Also füllt man 2 Liter Salzwasser und 20 ml Nährlösung dazu. Jetzt hat man 4 Liter Algenkultur. Ist die Kultur wieder satt braun gibt man 4 Liter Salzwasser und 40 ml Nährlösung zu. Dann 8 Liter Salzwasser und 80 ml Nährlösung. Nun hat man 16 Liter Algen. Mit Nitratteststäbchen kann man nun kontrollieren wann die Nährstoffe aufgebraucht sind. Kurz vor dem Nährstoffnullpunkt soll die Kultur geteilt werden. Also entnimmt man 8 Liter die man kurzzeitig im Kühlschrank lagern kann. Der Reaktor kann jetzt wieder mit 8 Litern Salzwasser und 80 ml Nährlösung aufgefüllt werden. Diesen Vorgang kann man 3-4 mal wiederholen, dann wird die Kultur abgelassen und der Reaktor gereinigt. (Klorix, Essig,Salzsäure) Nun kann man wieder von vorne beginnen oder man fängt gleich wieder bei einer größeren Literzahl an. Das gleiche Prinzip funktioniert auch bei Nannochloropsis.

(c) Bilder und Text Sylvio Heydenreich


 

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