
Die Nachzucht von Meerwassertieren stellt eine große
Herausforderung dar. Es ist nicht immer einfach das
richtige Futter in der passenden Größe und in ausreichender
Menge zur Verfügung zu haben. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl
und Zeitaufwand sollte auch der private Aquarianer
die Möglichkeit haben, marine Nachzuchten groß zu
ziehen. Aus diesem Grund möchten wir unsere Erfahrungen
mit P. fridmani wiedergeben.
Die
Eiablage
Das Männchen bereitet einen geeigneten Brutplatz vor,
hierzu eigenen sich ausgezeichnet umgedrehte Muschelhälften
oder halbe Tontöpfe (ca 7-10 cm), welche auf dem Bodengrund
liegen . Das Männchen trägt den Bodengrund unter der
Muschelhälfte/Tontopf bis auf den Aquarienboden ab.
Die Balz erfolgt im Laufe des Tages. Das Männchen
schwimmt hierzu immer wieder zum Weibchen und zupft
auch gelegentlich an den Flossen, um das Weibchen
an seinen gebauten Brutplatz zu locken. Man sieht
die beiden Tiere dann bis zu 1 Stunde nicht mehr.
Erblickt man dann das Weibchen mit leicht zerfledderten
Flossen, weiß man das der Laichvorgang beendet ist
. Der Eiballen liegt bei unseren Tieren immer auf
der Bodenscheibe
In einem Bericht von Carsten Weber in DAS AQUARIUM
1/97 steht das die Tiere den Eiballen unter der Höhlendecke
anheften, dies konnten wir jedoch nicht beobachten.
Der
Schlupf
je nach Temperatur schlüpfen die Larven, zwischen
dem 5. und 7. Tag. Bei einer Wassertemperatur von
26 Grad schlüpfen die Larven bei uns am 5 Tag. Der
Schlupf beginnt mit dem erlöschen der Beleuchtung;
spätestens nach 30 Minuten können wir die ersten Larven
abschöpfen. Wenn der Schlupftag bekannt ist, stellt
man mit dem erlöschen der Beleuchtung in jedem Fall
die gesamte Strömung ab. Da die Larven pelagisch sind,
schwimmen sie zu einer Lichtquelle. Dafür plazieren
wir eine Taschenlampe auf dem Aquariensteg, unter
der Lampe befindet sich ein Pappstück in dem wir ein
Loch von circa 5 bis 10mm im Durchmesser gemacht haben,
damit sich die Larven an einem Punkt im Aquarium ansammeln.
Im gesamten Lichtkegel kann man dann gut die Neugeborenen
entdecken. Durch das Anheben der Taschenlampe schwimmen
die Larven, welche sich auch in Bodennähe befinden
mit in Richtung Wasseroberfläche, so dass man sie
mit dem Licht dirigieren kann. Die Larven werden mit
einem Messerbecher von der Oberfläche entnommen und
in ein spezielles Aufzuchtsbecken überführt.
Das
Aufzuchtsbecken
bei dem Aufzuchtsbecken handelt es sich um ein 60cm
Aquarium welches lediglich mit einer Heizung, Licht
(18 Watt Röhre) und einer Luftzufuhr ausgestattet
ist. Die Rück und Seitenwände wurde abgedunkelt (näheres
in Aufzucht zu lesen). Das Aquarium wird erst bei/mit
dem Abschöpfen der Larven befüllt. Natürlich sollte
man kurz zuvor schon etwas Wasser ohne Larven einfüllen
damit sicher ist das auch für die ersten Larven ausreichend
Wasser vorhanden ist. Nach dem einbringen der gesamten
jungen stellt man die Heizung und die Luftzufuhr an,
hierzu benutzten wir einen Ausströmerstein der für
eine leichte weiche Strömung sorgt.
Eine weitere Beobachtung die wir machen konnten war,
daß die Larven das Futter erst mit dem Maul anstupsen.
Unternimmt das Futter einen Fluchtversuch nimmt die
Larve eine S-Stellung ein, erst dann wird sofort zu
geschnappt. Dies Verhalten behalten die Larven bis
zu Metamorphose bei.
Die
Fütterung
da die Larven nur über einen sehr kleinen Dottersack
verfügen, füttern wir sie bereits ab dem 1 Tag. Es
ist unglaublich was die kleinen an Nahrung zu sich
nehmen, so konnten wir beobachten, das eine Larve
circa alle 20 Sekunden nach Futter schnappt. Als Futter
bieten wir Brachionus welches zuvor mit Cultur Selco
3000, Astaxanthin und weiteren Vitaminen gefüttert
wurde. Zusätzlich geben wir den Larven beim täglichem
Wasserwechsel von circa 5 Liter tropfenweise 1 Liter
Phytoplankton hinzu, damit die Brachionus genügend
Nährstoffe beinhalten. Die Brachionus werden durch
ein Planktonfilter ausgesiebt und es werden lediglich
so viele verfüttert, dass die Brachionus innerhalb
von circa 2 Stunden fast restlos vertilgt sind. Hungrige
Brachionus machen keine Larve satt.
Weitere
Beobachtungen bei der Aufzucht
ab dem 15 Tag füttern wir zusätzlich frisch geschlüpfte
Nauplien, welche genauso wie die Brachionus angereichert
werden. Die Larven zeigen ab diesem Alter eine sehr
schreckhafte Verhaltensweise. Entgegen der Angabe
von Wolfgang Mai Artikel in der Koralle Nr. 16 August/September
2002, haben wir beobachtet dass die Larven dieses
Verhalten auch zeigen, wenn zahlreich Futter vorhanden
ist.
Die täglichen Routinearbeiten werden zu einer richtigen
Herausforderung. Außerdem muss man sich sehr vorsichtig
vor dem Aquarium bewegen und auf Geräusche reagieren
die Larven auch mit blitzartigen Fluchtversuchen mit
der Folge, dass sie frontal gegen die Scheiben schwimmen.
Des Weiteren liegen die verschreckten Larven auf dem
Boden und nehmen eine krümmende Haltung an. Ähnliches
ist uns auch aus der Aufzucht von A. kauderni bekannt.
Aus diesem Grund wurde das Aufzuchtsbecken von möglichst
vielen Seiten abgedunkelt und mit PVC Röhrchen bestückt.
Ab dem 18. Tag beginnen die Larven eine zarte rosa
Färbung zu bekommen. Mit 3 Monaten ist es ein richtiger
kleiner Fisch, ca. 3 cm lang.
In
dem Gebiet der Fischnachzucht ist noch einiges an
Forschungsarbeit zu tun. Wie speziell nun auch bei
P. fridmani. Das Gelege beinhaltet ca. 800 Eier, im
Gegensatz ist es nur ein verschwindend geringer Prozentsatz,
welcher zu Jungfischen heranwächst.
Nachtrag
2008
Durch
Veränderungen und Optimierungen bei der Larvenaufzucht
gab es nun deutliche Fortschritte unser Problem lag
darin, dass die Larven mehr Energie für die Metamorphose
benötigen, daher haben wir uns ein eigenes Futter
für diese Ansprüche herstellen lassen welches bereits
im Larvenstadium gefüttert wird durch diese Ernährungsumstellung
konnte das Schockverhalten deutlich verringert werden.

(C)
Text und Bild Iris Bönig